Donnerstag, 19. November 2009

Lappland die Erste (Vorbereitung)

So, heute werde ich mal von was ganz anderem berichten.
Nachdem ich gerade dabei bin das Buch „Die Welt ohne uns“ zu lesen, hab ich mich mal wieder daran erinnert, wie ich vor 27 Jahren (oh Gott, wie lang ist das schon her) 7 Wochen durch die unberührte Natur von Lappland gelaufen bin.
Sogleich habe ich meinen Ordner hervor geholt und das Reisetagebuch und die dazugehörigen Bilder in Augenschein genommen.

Damals brave 16 Jahre alt und Schülerin. Man, da sah ich ja noch richtig frisch aus, grins.
Wir hatten an unserer Schule einen engagierten Lehrer, und ein kleiner Naturfreak dazu.
Jede Ferien unternahm er mit Schülern Wandertouren. Im Winter ging es nach Kreta, Ostern nach Korsika und im Sommer ins schwedische Lappland.
Allerdings war es eine rein Private Veranstaltung.

Wie schon gesagt, hatte ich mich damals entschieden für 7 Wochen Lappland. Den Norden und die Natur hatte ich schon immer geliebt. Deshalb 7 Wochen, weil wir am letzten Schultag abreisten und am ersten Schultag 2 Stunden vor Schulbeginn nach Hause kamen, uff. Davon werde ich aber später berichten.
Ich hatte das Glück, dass meine Eltern selbst immer Wander- und Naturliebhaber waren. So bekam ich die finanzielle Unterstützung um diesen Wunsch ermöglichen zu können.

Natürlich gab es eine Auswahlliste, denn es konnten nur 12 Teilnehmer mit auf diese Reise gehen.
Da eine Etappe mit einem großen Militärschlauchboot dabei war und dieses Boot eben nicht mehr als 13 Personen fasste.

Um die geeigneten Teilnehmer auszuwählen, veranstaltete unser Lehrer unter anderem einen Wandertag.
Da wir ja in Lappland die ganze Zeit alleine auf uns gestellt sein würden und die Gruppe funktionieren musste, wurde abgecheckt, dass man auch zusammen harmonierte und ein gewisses Durchhaltevermögen mitbrachte.

Die Probewanderung war im Herbst und mit ca. 50 km angesagt.
Morgens um 7 Uhr ging es dann los.
Soweit ich mich entsinnen kann, war das Wetter durchwachsen. Teilweise regnete es.
Ich als erfahrenes Wandermädel zog natürlich meine schweren Bergschuhe an. Eigentlich schon ewig eingelaufen und noch nie Probleme mit Blasen gehabt, wurde nach 20 km eines Bessern belehrt.
Für das Gebirge waren die Schuhe optimal, aber nicht für Wanderungen in unseren Gefilden.
Als ich nach besagten 20 km dann nach meinen schmerzenden Füßen schaute, wurde es mir ganz anders. Ich hatte an den Fersen schon 2 riesen große Wasserblasen und ich hatte noch gute 30 km vor mir.
Aber ich wollte mit auf diese Tour, also musste ich da durch. Auf die Zähne gebissen und weiter ging es.
Die letzten 10 km waren die schlimmsten, da wir über schöne matschige vom Regen aufgeschwämmte Wege liefen. Die Schuhe wurden schwerer und schwerer.
In unserem Heimatort angekommen hab ich dann einen anderen Nachhauseweg wie mein Lehrer gewählt. Eigentlich wohnte er bei mir nur um die Ecke, grins.
Aber ich konnte einfach nicht mehr und wollte mir zum Schluss nicht noch die Blöße geben.
Ganz langsam Schritt für Schritt schleppte ich mich vorwärts. Hin und wieder die letzten Reste aus meiner Flasche Wasser getrunken und übers Gesicht geschüttet.
Zu Hause angekommen, setzte ich mich vor die Haustüre und klingelte. Meine Mutter öffnete mir und sah das Häufchen Elend. Als ich die Schuhe auszog ist meine Mutter regelrecht erschrocken.
Meine Füße hatten mittlerweile auch noch zwischen den Zehen so große Blasen bekommen,
teilweise schon blutunterlaufen, haha.
Aber ich hatte es geschafft!! Tja, kämpfen konnte ich schon immer. Außerdem, wenn man so blöd ist und die schweren Bergschuhe zu so einer Wanderung anzieht, ist man selber Schuld.
Allerdings hat unser Lehrer damals auch zugegeben, dass durch die unterschiedlichsten Witterungsverhältnis usw. es eigentlich zu heftig war.

So, dies war nun die erste Geschichte aus meinem Naturerlebnis Lappland.
Weitere werden folgen, noch bin ich ja nicht dort.

Kommentare:

  1. Hi, scheiße, ich hatte heute morgen schon nen Kommi geschrieben, der wohl nicht ankam...
    Also noch einmal. Ich weiß ja, dass du eine Kämpferin bist. Dass du damit so früh angefangen hast ist allerdings schon einzigartig!!!!
    Aber wo sind die Fotos von der knackigen Blondie, grins.
    Vielleicht laufen wir ja auch mal durch Lappland oder halt sonst wo rum, grins.
    Freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Artikel bzw. die Fortsetzung...

    LG Jürgen

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  2. Hi Jürgen,
    hab schon gedacht, du hast es nicht gelesen. ;-)
    Na ja, bei all der Arbeit, grins.
    Ne, dein Kommi ist nicht angekommen.
    Ja mir kam die letzten Tage so die Idee dazu.
    Nachdem ich dann gestern an dem Buch weitergelesen habe und so vieles über unser größtes Gut der Natur beschrieben wird, hat es mich gepackt. Es war damals ein sehr einschneidendes Erlebnis besser gesagt Abenteuer.
    In der Natur und mit der Natur zu leben. Und es spielt sich gerade wieder ein Film in meinem Kopfe ab, so dass ich durch das Schreiben alles nochmals erleben kann.
    Tja, damals war ich echt hart im Nehmen, da wirst du noch so einiges zum Lesen bekommen.
    Wünsch dir ein gutes Nächtle!

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  3. Na dann bin ich ja mal gespannt, was das knackige Blondie noch so alles aus der Wildnis zum Besten gibt....Kicher

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